Testete Nordkorea neuen Raketentyp?

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Kim Jong-un hat es wieder getan und ein noch unbekanntes Geschoss abgefeuert. US-Präsident Donald Trump spricht von einer «offenkundigen Bedrohung» und fordert härtere Sanktionen.

Nach Angaben aus Seoul testete Nordkorea erneut eine ballistische Rakete. Das Geschoss sei am Sonntagmorgen in Kusong im Nordwesten des abgeschotteten Nachbarlandes abgefeuert worden, meldete die südkoreanische Armee.

Die Rakete sei etwa 700 Kilometer weit geflogen. Nach Angaben der japanischen Regierung flog das Geschoss 30 Minuten lang und landete dann im Meer. Es bestehe die Möglichkeit, dass es sich angesichts der Flughöhe und -dauer um einen neuen Typ einer ballistischen Rakete handele, sagte Japans Verteidigungsministerin Tomomi Inada am Sonntag. Dies werde aber noch näher geprüft.

Treffen mit Sicherheitsberatern

Der neue südkoreanische Staatschef Moon Jae In verurteilte den Raketentest scharf verurteilt. Moon habe mit tiefem Bedauern auf die «gefährliche Provokation» reagiert, die nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt erfolgt sei, sagte sein Sprecher am Sonntag nach einem Treffen des Präsidenten mit seinen Sicherheitsberatern.

Auch Japans Regierungschef Shinzo Abe verurteilte Nordkoreas Vorgehen und bezeichnete den Start der Rakete als «vollkommen inakzeptabel» und «ernste Bedrohung» für sein Land.

Stärkere Sanktionen gefordert

US-Präsident Donald Trump hat die internationale Gemeinschaft zu einer entschlossenen Reaktion aufgerufen. «Diese jüngste Provokation sollte als Ruf an alle Nationen dienen, viel stärkere Sanktionen gegen Nordkorea zu erlassen», erklärte das Weisse Haus in der Nacht zum Sonntag.

Die Absturzstelle der Rakete im Meer liege «näher an Russland als an Japan», daher könne sich Trump nicht vorstellen, dass die Regierung in Moskau «darüber erfreut ist». Von Nordkorea gehe schon zu lange eine «offenkundige Bedrohung» aus, hiess es in der Erklärung weiter. Die USA stünden weiterhin «eisern» an der Seite der Verbündeten Japan und Südkorea.

Die Lage in der Region ist derzeit äusserst angespannt, weil das kommunistische Nordkorea immer wieder Raketentests vornimmt und damit gegen UNO-Resolutionen verstösst. Zudem hat Nordkorea nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.