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Hubschrauber für China: Airbus errichtet Heli-Werk in Asien

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Das Reich der Mitte ist riesig, der Bedarf an Hubschraubern verspricht glänzende Geschäfte: Der Hersteller Airbus Helicopters kommt der Nachfrage entgegen. Fern im Osten gibt Bayerns Ministerpräsident Seehofer den Startschuss.

In Jimo nahe der chinesischen Küstenstadt Qingdao werden in Zukunft Airbus-Hubschrauber produziert. Der europäische Luftfahrtkonzern errichtet dafür zusammen mit einem chinesischen Partner ein eigenes Werk.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der Gouverneur der Provinz Shandong, Gong Zheng, gaben dafür bei einem Treffen in der Provinzhauptstadt Jinan den offiziellen Startschuss. Die Sieben-Millionen-Einwohner-Metropole Jinan liegt rund 350 Kilometer südlich von Peking.

Helis für den zivilen Markt

In den kommenden Wochen wird mit der Errichtung des Werks begonnen, nachdem die endgültigen Verträge kürzlich unterzeichnet worden waren. 2019 würden die ersten dort gefertigten Helikopter ausgeliefert, sagte der Geschäftsführer von Airbus Helicopters Deutschland, Wolfgang Schoder, am Rande des Treffens.

Die vor Ort produzierten Hubschrauber sollen nach Unternehmensangaben für Rettungsflüge, die Polizei, touristische Zwecke und bei der Hafenbehörde in Qingdao eingesetzt werden. Die Region rund um die Hafenstadt ist historisch eng mit Deutschland verbunden: Qingdao gehörte einst zum kolonialen Kaiserreich. Das seitdem dort produzierte Bier der Marke „Tsingtao“ wird bis nach Europa exportiert.

Politischer Segen aus Berlin und Peking

Der Bau eines Hubschrauberwerks in China ist das Ergebnis von Verhandlungen auf höchster Ebene. Das erste Grundsatz-Abkommen über die Lieferung von 100 Hubschraubern war bereits vor gut drei Jahren bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Chinas Premier Li Keqiang unterzeichnet worden.

Die ersten fünf Hubschrauber, die aber noch im bayerischen Donauwörth gefertigt werden, sollen nach Worten Schoders im kommenden Jahr ausgeliefert werden. 2019 sollen die ersten fünf Maschinen folgen, die bereits in China endmontiert, lackiert und eingeflogen werden sollen – später gefolgt von weiteren rund 15 Hubschraubern pro Jahr.

Lukrative Anschlussaufträge

Schoder bezifferte das Auftragsvolumen mit rund 700 Millionen Euro. Airbus Helicopters will sich aber unter anderem auch um das Training der Piloten und die Wartung der Maschinen kümmern. Insgesamt liege das Auftragsvolumen bei rund einer Milliarde Euro, heißt es. Die Hubschraubersparte kommt derzeit im Geschäft mit zivilen Hubschraubern eigenen Angaben zufolge auf einen Weltmarktanteil von rund 47 Prozent.

Airbus Helicopters hofft in China aber auf noch mehr Geschäfte: Derzeit gebe es im ganzen Land nur 300 kommerzielle Hubschrauber, sagte Schoder – in Europa dagegen 3000 bis 5000. „Das zeigt, wie groß das Entwicklungspotenzial ist“, sagte Schoder und fügte hinzu: „Für uns ist China jetzt schon der größte Markt.“ Auch Gouverneur Gong Zheng sagte, 100 Hubschrauber seien nur ein „Anfangsziel“.