Thailand: 150 Jahre Gefängnis für Majestätsbeleidigung?

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Bangkok – Dem Bürgerrechtsanwalt Prawet Prapanukul drohen 150 Jahre Haft, weil er in zehn Fällen Majestätsbeleidigung begangen haben soll.

Der Rechtsanwalt war verhaftet und dann fünf Tage lang an einem geheimen Ort festgehalten worden, ohne dass Angehörige informiert wurden. Er tauchte am Mittwoch wieder auf, als er einem Haftrichter vorgeführt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass ihm Majestätsbeleidigung in zehn Fällen und Volksverhetzung vorgeworfen wird.

Das drohende Strafmaß von 150 Jahren dürfte das bisher höchste sein, was einem Angeklagten in diesem Fall droht. 2015 war eine Frau wegen sechs Facebook-Einträgen zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Weil sie geständig war, wurde die Strafe auf 30 Jahre Haft halbiert.

Die anderen fünf Personen, die ebenfalls wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wurden, sollen in sozialen Netzwerken Postings des Historikers Somsak Jeamteerasakul über die verschwundene Gedenktafel am Royal Plaza, die an die Revolution 1932 erinnert, geteilt haben.

Den thailändischen Bürgern war erst kürzlich durch eine amtliche Bekanntmachung verboten worden, Somsaks Postings zu teilen oder zu verbreiten oder ihm auf sozialen Netzwerken zu folgen. Dieses Verbot gilt auch für Artikel des Politologen Pavin Chchavalpongpun und des Journalisten Andrew MacGregor Marshall.