Singapur will härtere Gesetze gegen „Fake News“

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Singapurs Justiz- und Innenminister Kasiviswanathan Shanmugam fürchtet die Destabilisierung durch „Fake news“.
Singapurs Justiz- und Innenminister Kasiviswanathan Shanmugam fürchtet die Destabilisierung durch „Fake news“.

Hat der indonesische Schuhhersteller Bata das Wort Allah auf Sohlen geprägt? Nein – es ist „Fake news“.

Ein neuer Fall von „Fake news“, dem Schlagwort Donald Trumps, macht in Südostasien die Runde. Der Schuhhersteller Bata leidet in Malaysia unter einem infamen Gerücht, dass über ihn in die Welt gesetzt wurde: Er soll in die Sohlen von Schuhen, die die Schulkleidung ergänzen, in arabischer Schrift das Wort „Allah“ geprägt haben. Das ist im muslimischen Malaysia ein schweres Vergehen, würde der Prophet doch mit Füßen getreten.

Seit das Gerücht ab Februar im Internet kursierte, sah sich Bata gezwungen, mehr als 70.000 Paar Schuhe aus 230 Geschäften zurückzuziehen. Erst nachdem das malaysische Innenministerium dem Hersteller bescheinigte, dass an seinen Schuhen nichts auszusetzen sei, konnten sie wieder ausgeliefert werden.

Bata schätzt den rein finanziellen Schaden schon auf mehr als 500.000 Ringgit (105.818 Euro). „Es geht aber nicht nur ums Geld, auch unser Ruf hat gelitten“, sagt der Bata-Chef in Malaysia, Paolo Grassi. Zugleich erklärte er, das Unternehmen werde neue Formen für die Sohlen der Schuhe ausarbeiten lassen, die dann nach dem Verkauf der ersten Lieferung etwa ab Juni eingesetzt würden. Es ist keine Seltenheit, dass in den muslimischen Ländern Indonesien und Malaysia Gerüchte die Runde machen, Produkte entsprächen nicht den Halal-Regeln für islam-konforme Waren – Firmen kann das bis ins Mark erschüttern.

Beispiel Deutschland

Der straff geführte, Malaysia benachbarte Stadtstaat Singapur nahm den Vorfall nun zum Anlass, eine Verschärfung gegen gefälschte Nachrichten einzuleiten. „Man kann voraussehen, dass die selbe Art von Tätern – andere Länder, andere Dienste, Menschen außerhalb von Singapur – sie nutzen, um unsere Gesellschaft entweder zu destabilisieren oder, während sie sich nicht darum kümmern, ob sie destabilisiert wird, eine Menge Geld verdienen zu wollen“, warnte Justiz- und Innenminister Kasiviswanathan Shanmugam im Parlament.

Er verwies auf Deutschland als ein Land, das sich wehre, indem es überlege, Facebook bei einer Strafandrohung von 50 Millionen Euro zu zwingen, Falschmeldungen zu entfernen. Der Singapurer Minister verwies besonders auf Falschmeldungen mit politischem Sprengstoff: „Die ganze Idee dahinter ist die, Sensationsmeldungen zu verbreiten, sensationelle Überschriften, die die Bevölkerung beeinflussen und ein Ergebnis zu erzielen, dass ein anderes Land erreichen will.“ Als Beispiel im Vielvölkerstaat Singapur nannte er das Schüren von Fremdenangst und eine Stimmung gegen Einwanderer.