Peking verbietet Uiguren muslimische Namen

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TURPAN, CHINA - SEPTEMBER 12: (CHINA OUT) A Uyghur woman holds a child in her home as they prepare food during the Corban Festival on September 12, 2016 in Turpan County, in the far western Xinjiang province, China. The Corban festival, known to Muslims worldwide as Eid al-Adha or 'feast of the sacrifice', is celebrated by ethnic Uyghurs across Xinjiang, the far-western region of China bordering Central Asia that is home to roughly half of the country's 23 million Muslims. The festival, considered the most important of the year, involves religious rites and visits to the graves of relatives, as well as sharing meals with family. Although Islam is a 'recognized' religion in the constitution of officially atheist China, ethnic Uyghurs are subjected to restrictions on religious and cultural practices that are imposed by China's Communist Party. Ethnic tensions have fueled violence that Chinese authorities point to as justification for the restrictions. (Photo by Kevin Frayer/Getty Images)

China verstärkt den Druck auf die Minderheit der Uiguren. In der Unruheprovinz Xinjiang dürfen Eltern ihren Babys keine muslimischen Namen mehr geben. Menschenrechtler protestieren.

Saddam, Mekka, Islam oder Koran – diese muslimischen Namen sind für Neugeborene in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang tabu. Das ist offenbar eine Anordnung aus der Zentralregierung im Nordwesten von China an die muslimische Minderheit derUiguren, wie das von den USA finanzierte Radio Free Asia berichtet.

Sollten sich Eltern demnach dennoch entschließen, ihren Babys einen muslimischen Namen zu geben, würden Bildungsmaßnahmen und andere vom Staat gewährte Vorteile verweigert, heißt es in dem Bericht. Beamte hätten eine Liste der verbotenen Namen veröffentlicht, ihr genauer Inhalt ist nicht bekannt.

Auch Hinweise auf muslimische Symbole wie Stern oder Halbmond sind den Uiguren demnach von der Kommunistischen Partei verboten worden.

23 Millionen Muslime in China fühlen sich unterdrückt

Peking wirft den Uiguren seit Jahren vor, für Anschläge und Unruhen in der ölreichen Provinz Xinjiang verantwortlich zu sein. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten das damalige Ostturkestan einverleibt. Von den rund 23 Millionen Muslimen in der Volksrepublik lebt etwa die Hälfte in Xinjiang. Sie fühlen sich von Peking wirtschaftlich, politisch und kulturell unterdrückt.

Menschrechtsorganisationen verurteilten die Anweisung Pekings umgehend scharf. Das sei die nächste Maßnahme Pekings, um die Religionsfreiheit mit Hinweis auf religiösen Extremismus einzuschränken, kritisierte Sophie Richardson von Human Rights Watch. „Das ist eine eklatante Verletzung von nationalen und internationalen Schutzmaßnahmen für die Rechte auf Glaubens- und Meinungsfreiheit.“ Wenn Peking es ernst meine mit einer stabilen und harmonischen Lage in der Region, müsse diese restriktive Politik gestoppt werden.

China hatten in den vergangenen Monaten bereits mehrere Erlasse und Gesetze gegen die muslimische Minderheit umgesetzt: So wurde Frauen, die einen Gesichtsschleier tragen, der Zugang zu Bahnhöfen und Flughäfen verboten. Das Personal dort wurde aufgefordert, Verstöße der Polizei zu melden. Männer mit langen Bärten dürfen zudem keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.