Japan: Das kann sich sehen lassen

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Ungeachtet des festeren Yen nehmen Japans Exporte wieder deutlich zu. Experten erwarten eine weiterhin positive Entwicklung in Fernost.

Die japanische Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt steigerte im März das Exportvolumen um 12 Prozent auf 7,2 Bio. Yen, wie das Finanzministerium Ende vergangener Woche auf vorläufiger Basis mitteilte. Das ist fast doppelt so kräftig wie erwartet und das größte Plus seit Januar 2015. Die Ausfuhren Japans sind zudem den vierten Monat in Folge gestiegen. Vor allem Autoteile und Stahl waren gefragt. Nach dem Sprung um 28,2 Prozent im Februar wuchsen die Exporte nach China im März um 16,4 Prozent zum Vorjahr. Japans Exportwirtschaft profitiere von einem allgemeinen Anziehen der Weltwirtschaft, sagte Experte Masaki Kuwahara von der japanischen Bank Nomura. In Asien habe sich die Konjunktur zuletzt gut entwickelt, und dies stütze unmittelbar die japanische Exportwirtschaft.

Die Importe stiegen im Jahresvergleich um 15,8 Prozent auf den Wert von 6,6 Bio. Yen. Dazu trug bei, dass Japan mehr an Öl und Kohle einführte. Insgesamt verzeichnete Japan für den März einen Handelsbilanzüberschuss von 614,7 Mrd. Yen. Auch im am 31. März abgelaufenen Fiskaljahr hat das Land erstmals seit sechs Jahren wieder schwarze Zahlen in der Handelsbilanz erreicht.

Der Internationale Währungsfonds hat jüngst seine Japan-Prognose für das Wachstum in diesem Jahr um die Hälfte auf 1,2 Prozent angehoben. Auch Experte Izumi Devalier von der Bank of America Merrill Lynch erwartet eine Fortsetzung der robusten Entwicklung auf der Insel. Die positive Einschätzung wird auch von jüngsten Stimmungsdaten abgebildet. So stieg der Geschäftsklimaindex in der monatlichen Reuters-Umfrage für die japanische Wirtschaft im April auf dem höchsten Stand seit August 2007. Auch die Zunahme des japanischen Einkaufsmanager-Index Nikkei/Markit für die Industrie, der im April um 0,4 Punkte auf 52,8 Punkte kletterte, passt ins Bild.