Arbeiterinnen fordern Abfindungen


Halle/Jakarta. Der westfälische Modeproduzent Gerry Weber hat Ärger in Indonesien. Arbeiterinnen einer Pleite gegangenen Textilfabrik verlangen, dass sich deren Kunde Gerry Weber an Entschädigungszahlungen beteiligt.


4000 Arbeiterinnen seien von der Insolvenz des Gerry-Weber-Zulieferers Jaba Garmindo betroffen, teilte die Organisation „Kampagne für saubere Kleidung“ in Berlin mit. Sie hätten Anspruch auf vier ausstehende Monatsgehälter und Abfindungen in Höhe von fast 11 Millionen US-Dollar.


Die indonesischen Gewerkschaften GSBI und FSPMI haben demnach Ende März Proteste vor der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Jakarta organisiert. Die Kundgebungen richteten sich gegen die früheren Jaba-Garmindo-Kunden Gerry Weber und S.Oliver.


Forderungen auch gegen S.Oliver


Laut „Kampagne für saubere Kleidung“ haben der Jobverlust und die fehlenden Gehälter viele Arbeiterinnen in existenzielle Not gebracht. Die Organisation forderte die beiden deutschen Abnehmer auf, „endlich Verantwortung für ihre Lieferkette zu übernehmen“. Ihre Sorgfaltspflicht erstrecke sich auch Zulieferer. Es sei „nicht hinnehmbar, dass Tausende Arbeiterinnen, die Kleidung für S.Oliver und Gerry Weber genäht haben, leer ausgehen“.


Der Modekonzern Gerry Weber entgegnete bei Anfrage unserer Redaktion, er sei seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Jaba Garmindo vollständig und termingerecht nachgekommen. „Ein Zusammenhang zur Insolvenz des Unternehmens besteht daher nicht“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Gerry-Weber-Aufträge hätten lediglich ein Prozent des Umsatzes des Textilherstellers ausgemacht. Man habe an die Insolvenzverwalter appelliert, die Rechte der betroffenen Mitarbeiter zu wahren. (Lesen Sie auch: Gerry Weber versucht, frischer und moderner zu werden)


Adidas lenkte ein


Offenbar zeigten sich andere westliche Kunden indonesischer Textilfabriken großzügiger. Laut „Kampagne für saubere Kleidung“ zahlte Adidas vor vier Jahren Beschäftigten eines insolventen Zulieferers Abfindungen, nachdem es zum Ziel einer Protestkampagne geworden war. Auch Nike und H&M hätten sich an Zahlungen an Beschäftigte in Asien und Mittelamerika beteiligt.


Die „Kampagne für saubere Kleidung“ wird von kirchlichen Gruppen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen getragen.






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