Mehr als 800 Soldaten, Zerstörer und Hubschrauber: Südkorea, Japan und die USA haben ein großes Marinemanöver begonnen. Trainiert werden soll eine „wirksame Reaktion“ auf mögliche Raketenangriffe Nordkoreas.


Trotz der Kritik Chinas haben Südkorea, die USA und Japan am Montag vor der Küste Südkoreas mit einem gemeinsamen Marinemanöver begonnen. Wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte, sind an der dreitägigen Übung mehr als 800 Soldaten sowie mehrere Zerstörer und Helikopter beteiligt.


Unter dem Namen „Foal Eagle“ (Fohlenadler) findet seit 1997 jährlich ein Großmanöver in Südkorea statt. Ziel sei es in diesem Jahr, eine „wirksame Reaktion“ auf die Bedrohung durch nordkoreanische U-Boote und U-Boot-gestützte Raketen zu trainieren, teilte das Verteidigungsministerium Südkoreas mit.


Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Raketen abgefeuert und damit seine Nachbarländer und die USA erneut provoziert. US-Experten warnten zudem in der vergangenen Woche, dass das Regime um Machthaber Kim Jong Un offenbar einen neuen Atomwaffentest vorbereite.


Seit dem ersten Atomwaffentest 2006 hat das Land bereits vier weitere Tests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Mit seinen Atomwaffen- und Raketentests verstößt Nordkorea gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.


US-Präsident Donald Trump hatte den Ton gegenüber Nordkorea zuletzt noch einmal verschärft. Wenige Tage vor dem Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping drohte er mit einem Alleingang der USA. Wenn China das Problem mit Nordkorea „nicht löst, werden wir es tun“, sagte er der Zeitung „Financial Times“. Peking ist traditionell ein enger Verbündeter von Nordkorea. Die Regierung in Peking wird international dafür kritisiert, nicht genug auf Nordkorea einzuwirken, damit Diktator Kim seine Atommacht-Bestrebungen aufgibt.