Vietjet hat zuletzt viel Aufmerksamkeit garniert, aber Vietnam Airlines ist gut für den Kampf gerüstet.


Vietjet, die einzige vietnamesische Airline in Privatbesitz, ging vor wenigen Wochen – am 28. Februar 2017 – an die Börse von Ho-Chi-Minh-City. Die Aktien sind seither nur gestiegen, zwischenzeitlich um bis zu 50%. Nguyen Thi Phuong Thao, bis zum Zeitpunkt des Börsengangs zu 95% Eigentümerin der Airline, ist durch den Börsengang zur ersten Self-Made-Milliardärin Südostasiens geworden, und das bereits mit  46 Jahren.


Nicht nur deswegen ist die vietnamesische Low-Cost-Airline eine Story wert. Sie zeigt auch, wie sehr die Börsen auf spannende Projekte in vielversprechenden Märkten warten. Vietjet hat 2016 rund 15 Millionen Passagiere befördert und dabei umgerechnet nur gerade knapp 100 Millionen Franken (2,3 Billionen Dong) umgesetzt. Mit 45 Jets werden 300 Flüge pro Tag abgewickelt. Für das aktuelle Jahr wird ein Wachstum von 30% bei Passagieren und beim Umsatz prognostiziert. Wichtiger für die Bewertung sind jedoch die langfristigen Wachstumsprognosen: Die vietnamesische Wirtschaft hat in punkto Wachstum 2016 von allen asiatischen Märkten die zweitbeste Performance hingelegt. Vietjet sieht enormes Potenzial und hat bei Airbus und Boeing 200 Flugzeuge im Wert von 23 Milliarden Dollar bestellt. Das Expansionsziel von Thao ist klar: Die Firma soll zu einem grossen Player im internationalen Geschäft werden, der nicht mehr nur wie bislang Ziele in Vietnam und Südostasien anfliegt, sondern auch grosse Hubs weltweit.


Gegründet wurde Vietjet vor zehn Jahren in Hanoi, aktiv geflogen wird aber erst seit etwas mehr als fünf Jahren. Thao, eine in der früheren Sowjetunion ausgebildete Börsenfachfrau, sah die wachsende Nachfrage für Flugleistungen in ihrem Heimatland kommen. Den grössten PR-Coup landete sie indes mit den Flugbegleiterinnen, die im Bikini ihrer Arbeit nachgehen. Dank der weltweiten Medienaufmerksamkeit holte die Airline bald 30% Marktanteil und ist weiterhin im Spotlight, wenn auch in der Heimat scharfer Kritik ausgesetzt. Thao hat die Bikini-Hostessen als «Figuren der Frauenbefreiung in Vietnam» hingestellt. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass die Flugbegleiterinnen üblicherweise herkömmliche Uniformen tragen und nur auf vereinzelten Flügen, in der Regel zu Badeferienzielen, eine «Bikini-Uniform» tragen.
Vietnam Airlines nimmt den Konkurrenzkampf an


Wie weiter mit Vietjet? Laut dem CAPA Centre for Aviation Research dürfte die Airline in diesem Jahr zur grössten Domestic-Fluggesellschaft in Vietnam aufsteigen; beim Börsenwert ist der National Carrier Vietnam Airlines bereits überflügelt. Dieser ist aber alles andere als geschlagen und beruft sich darauf, dass Vietjet jetzt auf einer Hype-Welle reitet, aber Vietnam Airlines eigentlich besser aufgestellt für künftiges Wachstum ist. Zum einen ist der Umsatz bei Vietnam Airlines deutlich stärker, zum andern ist man bereits Mitglied in der Skyteam-Allianz. Ausserdem fliegt Vietnam Airlines mit ihren 95 Flugzeugen bereits Ziele weltweit an, in Europa etwa Frankfurt.


Da bahnt sich also ein interessanter Zweikampf zwischen zwei Airlines in einem aufstrebenden asiatischen Land an.






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