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Kambodscha will ab 2020 Öl-Produzent werden

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Kambodscha könnte schon bald Öl produzieren. Wie ein Regierungsvertreter des südostasiatischen Landes verkündete, werde das Land noch in diesem Monat einen Vertrag mit dem in Singapur börsennotierten Öl-Explorer KrisEnergy abschließen. Die Förderungsvereinbarung sieht eine Aufteilung des vor der Küste Kambodschas produzierten Öls vor.

Bereits 2002 hatte das Land den Weg zur Förderung im so genannten Khmer Becken freigemacht. Derzeit würden einige Bedingungen überarbeitet. KrisEnergy ist seit vergangenem Jahr der alleinige Anteilseigner des Fördergebiets.

KrisEnergy sucht Finanzierung

Kambodscha sucht bereits seit Jahren nach geeigneten Partnern, um potenzielle Förderregionen im Golf von Thailand zu erschließen. Nach dem Kursrutsch bei Rohöl 2014 war es um neue Projekte ruhig geworden.

Die jüngste Entwicklung könnte für die Region dagegen einen Neuanfang bedeuten. KrisEnergy hofft, ab dem kommenden Jahrzehnt täglich 8.000 Barrel Öl mit niedrigem Schwefelgehalt fördern zu können. Um das Projekt anzuschieben, muss der Explorer noch einen Partner finden, der die Förderstelle entwickelt und finanziert. Das Unternehmen geht von Investitionen von weniger als 200 Millionen Euro aus.

KrisEnergy sieht sich nicht unter Zeitdruck und zieht es vor, einen verlässlichen Partner zu finden, um Risiko und Kosten des Projekts fair aufzuteilen, so Kelvin Tang, Chef des operativen Geschäfts und Verantwortlicher der Kambodscha-Aktivitäten bei KrisEnergy. Folglich nennt das Unternehmen 2020 als frühestmöglichen Termin für die Produktion und nimmt Verzögerungen von ein bis zwei Jahren bewusst in Kauf.

KrisEnergy könnte sich Partnerschaften mit asiatischen Staatsunternehmen oder Explorern mit einer ausreichenden Finanzierung vorstellen, um das Öl-Projekt im Khmer-Becken umzusetzen. Weiterhin seien viele Öl-Produzenten derzeit dabei, in die Jahre gekommene Projekte in Asien abzustoßen und suchen nach Alternativen.

Bessere Bedingungen für Investoren

Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt stand das Projekt im Khmer-Becken unmittelbar vor der Produktion. Damals überwarf sich der US-Ölkonzern Chevron mit der kambodschanischen Regierung während der Verhandlungen über die konkreten Förderbedingungen. Ein erneutes Scheitern gilt heute als weniger wahrscheinlich. Kambodscha sei gerade dabei, ein Regelwerk über Förderbedingungen zu erarbeiten, das den Bedingungen anderer Länder Südostasiens ähnelt, so Andrew Harwood, Analyst bei Wood Mackenzie.