Zehntausende Südkoreaner haben die Verhaftung der abgesetzten bisherigen Präsidentin Park Geun Hye gefordert. Nach den Demonstrationen in den vergangenen Monaten, bei denen Hunderttausende noch den Rücktritt Parks gefordert hatten, feierten die Teilnehmer der Kundgebung am Samstag in Seoul die Amtsenthebung Parks am Tag zuvor durch das Verfassungsgericht. Zugleich forderten sie, dass Park der Prozess gemacht und sie bestraft werden müssten.


Der Korruptionsskandal um die enge Park-Vertraute Choi Soon Sil hat das Land seit Monaten aufgewühlt. Im Dezember hatte das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park eingeleitet, am Freitag wurde sie endgültig abgesetzt. Aus Sicht der Verfassungsrichter hatte Park ihrer langjährigen Freundin die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt und ihre Macht zugunsten von Chois Interessen missbraucht. Park bestreitet die Vorwürfe.


Nach gewalttätigen Protesten von Park-Anhängern am Freitag stieg unterdessen die Zahl der Toten auf drei. Ein 74-jähriger Teilnehmer der Demonstration sei am Samstag in einem Krankenhaus gestorben, berichteten südkoreanische Sender. Der Mann sei während der Proteste zusammengebrochen. Am Freitag waren zwei ältere Teilnehmer ums Leben gekommen. Einer von ihnen wurde bei Zusammenstößen mit der Polizei von einem Lautsprecher getroffen, der sich von einem Polizeifahrzeug gelöst hatte.