Japan will chinesischen Käufer für Toshiba um jeden Preis verhindern

0
1030

In der Sorge um den in Schieflage geratenen Multi-Konzern Toshiba will die japanische Regierung nun Maßnahmen ergreifen, um einen ausländischen Käufer zu verhindern. Toshiba hatte angekündigt, jetzt sein lukratives Halbleitergeschäft abstoßen zu wollen, um wieder Geld in die Kassen zu spülen.

Doch das geht der japanischen Regierung laut einem exklusiven Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zu weit. Die Regierung ist bereit, einen Verkauf an Bieter zu blockieren, die es für ein Risiko für die nationale Sicherheit hält, so die nicht näher genannten Quellen von Reuters. Die Regierung würde die japanischen Devisen- und Außenhandelsgesetze nutzen, um die Auktion zu kontrollieren und wenn nötig einschreiten.

Staatliche Einmischung angekündigt
Die Informationen dazu stammen laut Reuters von Personen, die direkt in den Verkaufsprozess eingebunden sind, aber nicht öffentlich bekannt werden wollen. Interessant ist, wer durch diese staatliche Einmischung einen besseren Stand habe werde: Es sind die US-Amerikaner.

Bisher hatte nur das taiwanesische Unternehmen Foxconn sein Interesse an der Halbleitersparte öffentlich bekundet, doch allem Anschein nach hält die japanische Regierung eben dieses Unternehmen für nicht tragbar. Interessiert sollen aber auch die beiden südkoreanischen Chiphersteller SK Hynix und TSMC sein.

Partner aus der USA
Im Hinblick auf die nationale Sicherheit sei nur ein Partner aus der USA wirklich vertrauenswürdig, hieß es von den unbekannten Quellen. Man sei zutiefst besorgt, dass mit dem Verkauf das Know-How und die Technik zum großen Rivalen China abwandere. Mit einem Partner in den USA würde man dagegen gern verhandeln, und auch Steine aus dem Weg räumen. Angeblich hat man dabei im Hinterkopf, sich ein ähnliches Verhalten der US-Regierung im Fall der bankrotten Toshiba-Tochter Westinghouse zu sichern.