Philippinen: Soldaten entdecken Leiche von enthaupteter deutscher Geisel

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In this photo provided by the Armed Forces of the Philippines Western Mindanao Command (WESMINCOM) and authorized for distribution by Army Maj. Filemon Tan Jr. Monday, Nov. 7, 2016, Philippine Navy board the yacht marked "Rockall" after being found abandoned off the Sulu Sea in southern Philippines over the weekend. The Philippine military is verifying a claim by Abu Sayyaf militants that they have kidnapped a German man from the yacht and shot and killed his female companion, whose suspected body was found on the abandoned boat, military officials said Monday. Regional military spokesman Maj. Filemon Tan said Abu Sayyaf spokesman Muamar Askali had claimed the militants kidnapped Juegen Kantner and killed his companion while the couple were cruising off neighboring Malaysia's Sabah state. (WESMINCOM via AP)
Eine Woche nach der Enthauptung eines Deutschen auf den Philippinen durch die Terrorgruppe Abu Sayyaf ist nun die Leiche des Seglers entdeckt worden. Das Militär geht hart gegen die Islamisten vor.

Knapp eine Woche nach seiner Enthauptung durch die philippinische Islamistengruppe Abu Sayyaf ist der Leichnam eines deutschen Seglers nach mehrtägiger Suche gefunden worden. Soldaten hätten die Leiche am Samstagabend in der Abu-Sayyaf-Hochburg Sulu entdeckt, teilte die Armee mit. Die Behörden bereiten nun die Überführung der sterblichen Überreste nach Deutschland vor. Die philippinische Regierung äußerte sich nach dem Leichenfund „tief betrübt“ über den Tod des Deutschen. Gleichzeitig bekräftigte sie ihre Entschlossenheit im Kampf gegen Abu Sayyaf.

Die Armee bemühe sich nach der Entdeckung des Toten in der gut tausend Kilometer südlich von Manila gelegenen Provinz Sulu darum, „ihm die anständige Beerdigung zu gewähren, die er verdient“, erklärte Armeesprecher Edgard Arevalo. Die sterblichen Überreste würden in der Leichenhalle eines Militärkrankenhauses in Sulu aufbewahrt, bis die Behörden die notwendigen Papiere für die Überstellung ausgestellt hätten. Die Suche nach dem Segler sei durch die schweren Kämpfe mit den Extremisten erschwert worden, erklärte der Chef einer Anti-Terror-Einheit im Süden des Landes.

Abu Sayyaf wollte 570.000 Euro Lösegeld

Die Bundesregierung hatte am Montag bestätigt, dass der entführte 70-Jährige von Abu-Sayyaf-Kämpfern „barbarisch ermordet“ worden sei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer „abscheulichen Tat“. Das US-Unternehmen Site, das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert ist, hatte zuvor mitgeteilt, ein Video von Abu Sayyaf zeige, wie einer der Geiselnehmer den Deutschen enthaupte. Er war fast vier Monaten zuvor während einer Fahrt mit seinem Segelschiff entführt worden. Auf seiner Yacht wurde damals die Leiche seiner offenbar erschossenen 59 Jahre alten Partnerin gefunden.

In einem Mitte Februar veröffentlichten Video hatte Abu Sayyaf mit der Enthauptung ihrer Geisel gefroht. Darin sagte der 70-Jährige selbst, sollte seinen Entführern nicht binnen zwölf Tagen das geforderte Lösegeld in Höhe von umgerechnet knapp 570.000 Euro gezahlt werden, werde er getötet. Der Deutsche bat die Bundesregierung in der Videobotschaft eindringlich um Hilfe.

Kämpfe zwischen Islamisten und Armee

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte sich nach Bekanntwerden der Ermordung des Deutschen dafür entschuldigt, die Hinrichtung nicht verhindert zu haben. Zugleich rechtfertigte er die Weigerung seiner Regierung, Lösegeld an Abu Sayyaf zu zahlen, weil dies die Islamistengruppe gestärkt hätte. Kurz vor der Enthauptung hatte die philippinische Armee mutmaßliche Stellungen von Abu Sayyaf bombardiert. Nach der Hinrichtung gab es weitere Kämpfe zwischen den Islamisten und der Armee. Dabei wurden nach Armeeangaben 14 Islamisten getötet und 29 Soldaten verletzt.

Abu Sayyaf hat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Die philippinische Gruppe verübt seit Jahrzehnten in den Dschungel-Gebieten im Süden des Landes Entführungen. Dabei wurden wiederholt Geiseln umgebracht, wenn die Forderungen der Entführer nicht erfüllt wurden. Zurzeit sollen noch mindestens 19 Ausländer und sechs philippinische Geiseln in der Gewalt der Gruppe sein. Entführungen sind eine wichtige Einnahmequelle für Abu Sayyaf.