Nordkorea: Raketen-Übung richtete sich gegen US-Stützpunkte

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Pjöngjang (dpa) – Nordkorea verstärkt angesichts der laufenden Frühjahrsübungen der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte seine Drohgebärden. Einen Tag nach seinem international kritisierten Test von vier ballistischen Raketen sprachen die Staatsmedien am Dienstag von einer Raketenübung, um «Stützpunkte der imperialistischen Aggressor-Streitkräfte der USA in Japan im Notfall» zu treffen. In Japan sind derzeit 54 000 US-Soldaten stationiert.

Machthaber Kim Jong Un habe den gleichzeitigen Start der vier Raketen durch die Artillerieeinheiten der strategischen Streitkräfte persönlich angeordnet und beobachtet, hieß es. Der Zeitpunkt der Übung wurde nicht genannt. Kim warnte, die Situation auf der koreanischen Halbinsel sei so ernst, dass «zu jeder Zeit ein Krieg ausbrechen kann».

Nach Angaben Südkoreas und Japans flogen die vier Raketen etwa 1000 Kilometer in Richtung japanische Küste. Drei von ihnen stürzten innerhalb der 200-Meilen-Zone vor Japan ins Wasser. Die Tests wurden auch als Demonstration der Stärke gesehen. Nordkorea unterstellt den USA und Südkorea, mit ihren Militärübungen einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Südkorea, die USA und Japan hätten wegen der jüngsten Raketentests durch Nordkorea eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. UN-Resolutionen verbieten dem Land den Test ballistischer Raketen