Rebellen attackierten Sicherheitskräfte in Unruheregion Kokang. Das Militär teilte mit, es gebe Gefechte, um die Bewohner zu „schützen“.


Bei heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften in Myanmar sind am Montag an der Grenze zu China mindestens 30 Menschen getötet worden. Wie das Büro der De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi mitteilte, waren unter den Opfern in Laukkai fünf Zivilisten, fünf Polizisten sowie 20 Kämpfer der Rebellengruppe MNDAA.


Die Stadt liegt in der Unruheregion Kokang. Dort hatten Rebellen die Sicherheitskräfte angegriffen.


Zunächst attackierten Aufständische am frühen Morgen in Laukkai im Nordosten Myanmars Polizei- und Armeeposten, wie das Büro der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi mitteilte. Einige waren demnach als Polizisten verkleidet. Eine weitere Rebellengruppe attackierte später mehrere andere Orte in der Stadt. In den sozialen Netzwerken kursierte unbestätigtes Videomaterial, auf dem zu sehen war, wie mehrere Häuser brannten und Menschen sich in Sicherheit brachten.


Kämpfe dauern an


Das Militär teilte mit, es gebe Gefechte, um die Bewohner zu „schützen“. Ein Armeevertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Kämpfe am Abend (Ortszeit) weiter andauerten. „Die Bewohner der Stadt fliehen“, sagte er. „Wir haben aber keine genauen Zahlen.“ Die Nördliche Allianz, ein Zusammenschluss mehrerer Rebellengruppen, bestätigte die Kämpfe. Demnach setzten sich die Rebellen aber gegen seit Dezember andauernde Militäreinsätze zur Wehr.


Heftigste Auseinandersetzungen seit Jahren


In der Region Kokang gibt es schon länger ethnische Spannungen, es waren nun aber die heftigsten Auseinandersetzungen seit mehreren Jahren. Die Bewohner der Region sprechen einen chinesischen Dialekt und haben engen Kontakt zum Nachbarland. Der chinesische Yuan ist die gebräuchliche Währung. Anfang 2015 waren bei Gefechten zwischen Kokang-Rebellen und der Armee dutzende Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten. Zehntausende Menschen flohen über die Grenze nach China.


Mehr als 160 Tote seit Ende des Jahres


Seit Ende 2016 nahmen die Zwischenfälle in der bergigen Grenzregion wieder zu, es gab bereits mehr als 160 Tote. Unter dem Konflikt leidet auch das Verhältnis Myanmars zu China. Die Kämpfe untergraben außerdem die Bemühungen der Regierung von Suu Kyi um eine landesweite Waffenruhe mit allen bewaffneten Vertretern von Minderheiten. Die Allianz, der die Kokang-Rebellen angehören, hat sich den laufenden Friedensgesprächen bisher nicht angeschlossen.






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