Der US-Bergbauriese Freeport betreibt in Westpapua eine riesige Kupfer- und Goldmine.


Der indonesische Staat will nun aber selbst stärker bei dem Geschäft mitmischen


Jakarta. Die Stimmung bei dem Treffen, das berichten zumindest asiatische Medien, soll sehr schlecht gewesen sein. Und Richard Adkerson, dem CEO des US-amerikanischen Bergbauriesen Freeport-McMoRan, platze auch der Kragen, nachdem er mit dem indonesischen Minen- und Energieminister Ignasius Johan erfolglos verhandelt hatte. Er sprach Anfang dieser Woche von einer „Zwangsenteignung von Vermögenswerten, gegen die wir uns aggressiv wehren werden“. Und er drohte damit, dass man den Fall bald einem internationalen Schiedsgericht und somit „beinharten Anwälten“ übergeben werde.


Der Streit zwischen dem US-Konzern und der indonesischen Regierung schwelt schon seit Monaten und nimmt immer mehr an Schärfe zu. Die Ursache des Zerwürfnisses befindet sich am westlichen Rand des asiatischen Inselstaates in der Provinz Westpapua: die Grasberg-Mine. Diese liegt auf mehr als 3500 Meter Höhe und frisst sich als riesengroßer Krater in die Berglandschaft hinein. Kaum wo auf der Welt werden mehr Kupfer und Gold gefördert.


Seit etwa vier Jahrzehnten werden Rohstoffe in Westpapua im großen Stil abgebaut und lange Zeit konnte Freeport das auch ungestört tun. Doch seit Joko Widodo das Präsidentenamt 2014 übernommen hat, hat sich der Wind gedreht. Die Regierung will nun, dass Indonesien selbst stärker am Geschäft mit den Bodenschätzen teilhat.


Indonesien hat dabei ein Druckmittel in der Hand: Die Förder-Konzession für Freeport läuft 2021 aus. Nun fordert Jakarta, dass jetzt schon einiges an den Modalitäten des Rohstoffabbaus geändert wird. Zurzeit hält der indonesische Staat rund 9,4 Prozent an Freeport Indonesien und damit an der Grasberg-Mine. Nun soll dieser Anteil kräftig erhöht werden Wie hoch, das ist Gegenstand von Spekulationen, in Medienberichten ist die Rede von 30 bis 50 Prozent. Zudem darf laut indonesischer Regierung nur noch Kupfer exportiert werden, der bereits in Indonesien verarbeitet wurde – weshalb Freeport nun auch in Schmelzanlagen investieren will.


Auch Freeport hat einen Trumpf in der Hand


Der US-Konzern wiederum könnte vor einem Schiedsgericht mit Verträgen kontern, die 1991 mit Indonesien, damals herrschte noch Diktator Suharto, abgeschlossen worden waren. Zudem hat laut der Zeitung „Asia Times“ auch Freeport einen Trumpf in der Hand: Künftig wird nämlich Kupfer in der Mine nur noch unterirdisch gefördert werden können. Eine Milliardeninvestition, für die es viel Know-how braucht. Es wäre sehr schwer, hier einen Ersatz für Freeport zu finden, weshalb auch Indonesien auf das Unternehmen angewiesen ist.


Zurzeit liefern sich aber Staat und Konzern noch ein hartes Match: Die Regierung in Jakarta hat, obwohl sie dadurch selbst Einnahmen verliert, den Kupferexport vorerst gestoppt. Dadurch soll der Druck auf Freeport erhöht werden. Der Exportstopp hängt aber auch damit zusammen, dass in der einzigen Anlage im Land, in der Kupfer weiterverarbeitet werden kann, derzeit gestreikt wird.


Freeport wiederum hat deshalb die Produktion in der Mine heruntergefahren, bereits tausende Arbeiter entlassen oder beurlaubt. Die Regierung kann sich bei ihrem Vorgehen gegen den Konzern zwar darauf verlassen, den Großteil der Bevölkerung hinter sich zu haben, trotzdem könnte der Fall Freeport auch für soziale Unruhen, vor allem in Westpapua, sorgen: Schließlich arbeiten etwa 30.000 Indonesier für das US-Unternehmen. Dessen größter Aktionär ist wiederum der für sein aggressives Gebaren bekannte Großanleger Carl Icahn – und der ist nun Teil des Beraterstabs von Präsident Donald Trump.


Freeport-Aktien weniger wert, Preis für Kupfer steigt


Derzeit ist jedenfalls keine Lösung für den Streit in Sicht, und das schlägt sich auch auf den Aktienmärkten nieder. Während der Aktienkurs von Freeport, vor allem wegen der Unsicherheit in Indonesien, seit Monatsanfang von fast 16 auf 13,7 US-Dollar fiel, hat der Preis für vor allem im Bauwesen benötigte Kupfer seit Jahresbeginn kräftig angezogen und lag zuletzt bei fast 6000 Dollar pro Tonne. Engpässe gibt es nicht nur in Indonesien, sondern auch in Chile: Dort wird die Escondia-Mine, die weltweit größte für Kupfer, bestreikt.






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