Malaysia droht nach dem Mord an dem Halbbruder von Kim Jong Un einem nordkoreanischen Diplomaten mit hartem Vorgehen: Wenn der Mann nicht mit den Behörden zusammenarbeite, sei ein Haftbefehl möglich.


Malaysia erhöht im Fall des Mordes an Kim Jong Nam den Druck auf einen nordkoreanischen Diplomaten. Sollte der zweite Sekretär an der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur nicht freiwillig mit den Ermittlern zusammenarbeiten, werde die Polizei weitere Schritte einleiten, sagte der zuständige Polizeichef. Dabei sei auch ein gerichtlicher Haftbefehl möglich.


Neben dem Diplomaten wird gegen mehrere weitere Nordkoreaner ermittelt. Zwei Frauen, aus Vietnam und Indonesien, sowie ein Nordkoreaner befinden sich in Haft.


Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un war am 13. Februar am Flughafen Kuala Lumpur zusammengebrochen und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Nach Angaben der Ermittler wurde er durch das Nervengift VX getötet. Malaysia ist eines der wenigen Länder, das Beziehungen zu dem kommunistisch geführten Nordkorea unterhält. Der Fall belastet das Verhältnis beider Staaten inzwischen schwer.


Der getötete Kim lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäußert. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders.


Bericht über geplantes Treffen von US- und nordkoreanischen Vertretern


US-Vertreter sollen einem Bericht zufolge ein Treffen mit nordkoreanischen Vertretern geplant haben – dieser Termin ist nun aber offenbar geplatzt. Ursprünglich habe sich die für Nordamerika zuständige Mitarbeiterin im nordkoreanischen Außenministerium, Choe Son Hui, am 1. und 2. März mit ehemaligen US-Behördenmitarbeitern in New York treffen sollen, so das „Wall Street Journal“. Allerdings habe das US-Außenministerium Choe ein Visum verweigert. Der Grund dafür sei unklar. Möglicherweise hätten der nordkoreanische Raketentest am 12. Februar und die Ermordung von Kim Jong Nam in Malaysia eine Rolle gespielt.


In Kreisen des US-Außenministerium hieß es, es seien keine derartigen Gespräche geplant gewesen. Angaben zu einzelnen Visa-Verfahren würden nicht gemacht. Das südkoreanische Außenministerium verwies darauf, dass dem Bericht zufolge weder die Regierung in Washington noch in Seoul an den Plänen beteiligt gewesen seien.


Zuletzt hatte ein hochrangiger nordkoreanischer Vertreter 2011 die USA besucht. Trump hatte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview erklärt, man sei „sehr wütend“ über den Raketentest und prüfe verschiedene Reaktionen.






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