Samsung, Hyundai, Kia Motors: Südkorea gilt als Hochburg der Technologie, doch im Propaganadakrieg gegen seinen nördlichen Nachbarn greift das Land gerne auf altmodische Mittel zurück. Mehr als 20 Lautsprecher hat die Regierung in der entmilitarisierten Zone entlang der Grenze zu Nordkorea aufstellen lassen, um die Nachbarn wahlweise mit Informationen oder Popmusik zu beschallen.


Eigentlich hatten sich die beiden Länder einmal darauf verständigt, die Lautsprecher abzustellen, weil sie ohnehin nur im Umkreis von zehn Kilometern zu hören sind und somit nur wenige Anwohner erreichen. Doch diesmal scheint der Anlass Südkorea wichtig genug zu sein, um die Vereinbarung zu brechen: Am Donnerstag ließ die Regierung verbreiten, dass der Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ermordet wurde: „Kim Jong-nam starb, nachdem zwei bisher nicht identifizierte Frauen ihn am internationalen Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia angriffen“, schallte es aus den insgesamt 21 Lautsprechern.


Der Informationsbedarf im Norden dürfte diesbezüglich tatsächlich groß sein: Am selben Tag, und damit erst zehn Tage nach dem Angriff, begannen die nordkoreanischen Staatsmedien, über den Todesfall in Malaysia zu berichten – allerdings ohne das Opfer beim Namen zu nennen. Sie sprechen vielmehr von einem nordkoreanischen Bürger mit diplomatischen Pass, der in dem Flughafengebäude plötzlich in „Schockstarre“ verfallen und an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben sei. Den südkoreanischen Medien werfen sie vor, „wilde Gerüchte“ zu verbreiten. Eine Obduktion hätte keine Resultate ergeben.


Kim Jong-nam wurde mit Gift ermordet


Der 45-jährige Halbbruder von Kim Jong-un war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur von zwei Frauen angefallen worden, die ihm ein Tuch aufs Gesicht drückten, das sie vorher mit einer Substanz besprüht haben sollen. Die malaysische Polizei geht davon aus, dass er vergiftet wurde. Nach der Attacke habe sich der Mann hilfesuchend an das Flughafenpersonal gewandt und sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort verstarb er kurz darauf.


Die zwei tatverdächtigen Frauen behaupteten später, sie seien „ausgetrickst“ worden: Man habe ihnen vorgegaukelt, es handele sich um einen Fernsehstreich, von dem Gift hätten sie nichts gewusst. Der malaysische Polizeichef widerspricht dieser Darstellung, die Frauen hätten sich unmittelbar nach dem Übergriff „sehr bewusst“ die Hände gewaschen, offenbar wohlwissend, womit sie hantierten.


Malaysia bittet nun Interpol, nach vier Verdächtigen zu suchen


Malaysia hat nun die internationale Polizeiorganisation Interpol um Mithilfe gebeten, sie solle sich an der Suche nach vier flüchtigen Tatverdächtigen beteiligen, sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar am Donnerstag vor Journalisten. Die vier Gesuchten hätten Malaysia schon am Tag des Attentats verlassen.


Malaysias Regierung macht Nordkorea bislang nicht direkt für den Tod des 45-jährigen verantwortlich, die USA und Südkorea sehen das anders. Allerdings hat die malaysische Polizei neben den zwei Frauen auch einen Diplomaten der nordkoreanischen Botschaft und einen weiteren Nordkoreaner als Verdächtigen genannt – letzterer soll ein Mitarbeiter der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo sein.


Das staatliche Juristen-Komitee Nordkoreas wehrt sich gegen die Beschuldigungen, indem es Malaysia seinerseits eine „unfreundliche Haltung“ unterstellt und im Umgang mit dem Leichnam „dunkle Zwecke“ walten sieht. Das Verhalten Malaysias falle mit „einer gegen die Volksrepublik gerichteten verschwörerischen Gaunerei Südkoreas“ zusammen.


Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP.






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