Traditionspflege in Japan – „Der letzte Ninja“ sucht seine Erben

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Members of Iga ninja group Ashura demonstrate a ninja-inspired martial-art during a press conference by the Japan Ninja Council at Foreign Correspondents' Club of Japan in Tokyo, Wednesday, Feb. 22, 2017. The Japan Ninja Council, a government-backed organization of scholars, tourism groups and businesses, said that it's starting a Ninja Academy to train people in the art of ninja, and building a new museum in Tokyo devoted to ninja, hooded samurai-era acrobatic spies, set to open in 2018. (AP Photo/Shizuo Kambayashi)
Japan will seine Traditionen stärker würdigen – und so auch mehr Touristen anlocken. Deshalb heißt es in Tokio bald: Willkommen in der Ninja-Akademie!

Die Szenen muten schon leicht bizarr an: Zwei Ninja gehen im Klub der Auslandskorrespondenten in Tokio aufeinander los, beobachtet von Dutzenden Journalisten. Es ist keine echte Auseinandersetzung zweier traditioneller japanischer Spione, sondern eine Demonstration ihrer Kampfkunst.

Die Aktion des staatlich unterstützten Ninja-Rates soll der Start für den Aufbau einer Ninja-Akademie in Tokio sein, auch ein Museum soll entstehen. Neben der Brauchtumspflege will Japan so auch mehr ausländische Touristen ins Land locken.

In der Akademie soll die traditionelle Kunst der Ninja gelehrt werden. „Diese besteht aus mehreren Elementen wie Kampf, Überlebenstechniken und Astronomie“, sagt Jinichi Kawakami, der auch „der letzte Ninja“ genannt wird. Ein Ziel sei es „Ninja-Botschafter“ auszubilden, die die Kultur weltweit fördern sollen.

Im historischen Japan waren Ninja speziell ausgebildete Kämpfer, die vor allem als Spione oder Kundschafter eingesetzt wurden. Ihr Fleiß und ihre Ausdauer sowie ihre bescheidene Akzeptanz der Anonymität seien integrale Bestandteile der japanischen Kultur, heißt es vom Ninja-Rat. Das Training sei hart, sagte Kawakami. „Es geht auch um Respekt vor unseren Vorfahren.“