Rund 10.000 Japaner haben sich am diesjährigen Nacktfest in Okayama beteiligt. Nur im Lendenschurz bekleidet haben sich Mutige bei eisigen Temperaturen um die begehrten Talismane gekämpft.


Okayama – Ein über 500 Jahre altes Fest hat auch in diesem Jahr in Japan wieder Tausende in seinen Bann gezogen: Nur mit einem Lendenschurz bekleidet rauften sich die männlichen Teilnehmer des Festes Hadaka Matsuri im Saidaiji-Tempel um hölzerne Glücksbringer.


Die Zahl der Mitstreitenden wurde auf rund 10.000 geschätzt. Die Männer durchlaufen bei frostigen Temperaturen Reinigungszeremonien, bevor der wüste Kampf um die 20 Zentimeter langen Holzstäbe beginnt. „Es kann ziemlich derb werden“, sagt der 62-jährige Kfz-Schlosser Kazuhiko Nishigami, während er sich mit blanker Brust auf das Gerangel einstimmte. „Man muss seine Blutgruppe auf einen Zettel schreiben und in den Schurz schieben – falls man ernsthaft verletzt werden sollte“, erklärt er. Es hat in vergangenen Jahren sogar schon Tote gegeben.


Tote beim Kampf um Holzstäbe


Die meisten tragen von der Massen-Balgerei allerdings höchstens ein paar Schrammen davon. Nach einem reinigenden Bad steigt die Spannung, wenn die Männer in bedrückender Enge im Tempel zusammengepfercht sind. Viele Teilnehmer haben sich mit Bier und dem Reiswein Sake Mut angetrunken. Hände recken sich in die Höhe, die Gesichtszüge werden von Schmerz verzerrt, bevor plötzlich die Beleuchtung erlischt. Das Ringen um die Holzstäbe, die von Priestern aus dem Gebälk des Tempels in die Menge geworfen werden, findet teils im Dunkeln statt, teils im Flackern von Kamera-Blitzen, die an ein Disko-Stroboskop erinnern.


Wer einmal einen Holzstab ergattert hat, muss fürchten, dass er ihm abgerungen wird. „Ich bin davongekommen“, freut sich der 38-jährige Feuerwehrmann Kosuke Yashuhura, der einen Talisman aus dem Gedränge herausgeschafft hat. Der Holzstab sei ganz in seiner Nähe aufgeschlagen. „Ich musste ihn so schnell wie möglich in meinen Schurz schieben und verstecken, bevor ich mir den Weg nach draußen gebahnt habe.“


„Ein Geschenk der Götter“


Zeremonienmeister Zenko Tsuboi stellt klar, dass das spektakuläre Fest nicht als Gewaltorgie zu verstehen ist: „Wer einen Talisman erhascht, wird aufblühen und reich ernten.“ Die Teilnehmer sollten an den religiösen Charakter der Tradition erinnert werden. „Wir sind inzwischen viel strikter, was Alkohol und raue Umgangsformen angeht.“ „Der Talisman ist ein Geschenk der Götter“, sagt Feuerwehrmann Yashuhura, dessen Frau ein Kind erwartet, mit breitem Lächeln. „Wenn es im April soweit ist, werden wir bestimmt ein prächtiges Baby erhalten.“






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