Kult- und Kulturgüter geraten in Vietnam immer mehr in Vergessenheit. Die Vielzahl an ethischen Volksgruppen verschärft die Problematik zusätzlich. Mit dem Neubau der Kirche entsteht ein Ort, der zugleich als einendes und bewahrendes Element fungiert. In diesem Sinn wird das Gotteshaus nicht nur zum Platz für die Übersetzung des Katechismus, sondern lässt auch Raum für kulturellen Austausch.


Was als Diplomarbeit von zwei Studierenden der Technischen Universität begann, wurde nun umgesetzt. Das Aufgreifen der Atmosphäre des Bauplatzes führt zu einem Entwurf, der sich respektvoll in seine Umgebung einfügt. Er geht eine Verbindung mit ihr ein, nimmt ihren Charakter auf und führt ihn weiter fort.


Das großzügige Areal im vietnamesischen Zentralhochland wird von mehreren architektonischen Elementen bespielt. Im Zentrum steht die Kirche, ergänzt durch einen Glockenturm im südwestlichen Eck des Grundstücks, sowie diverse Gebäude für Museum, Gemeinde- und Pfarrhaus, Sanitärbereich und Hirtenhaus an der Ostgrenze. Der Turm ist eine offene Stahlkonstruktion, eine simple dreieckige Grundform von drei mal drei Metern, 27 Meter in die Höhe extrudiert. Mit einem Kreuz auf seiner Spitze, zieht er schon von weitem alle Blicke auf sich. Derselben unaufgeregten Formensprache folgt auch das Gotteshaus. Alles beruht auf einem rechteckigen Grundriss mit gewaltigen Außenmaßen von 60 auf 35 Metern, bei einer Höhe von bis zu elf Metern. Die Längsseiten sind nach Norden und Süden ausgerichtet. Dem Motto der Architekten »Ein Dach für das Volk« entsprechend, steht das auffällige Dach im Mittelpunkt. Konzipiert als Fußwalmdach in Tonziegeleindeckung überspannt es den großzügigen Kirchenraum, bis es in einem geraden Vordach endet. Die zwei großen Oberlichter verstärken den Bezug nach Außen und sorgen zusätzlich für Helligkeit.


Durch das Fehlen von Wänden entstehen fließende Übergänge von Innen- und Außenraum. Rundumlaufend gibt es eine Reihe an filigran anmutenden Stahlstützen, die den Kirchenraum einfassen. Innerhalb dieser sorgen Elemente aus schmaler Holzlattung für eine Art räumliche Zonierung. Diese orientiert sich am Stützenraster der Konstruktion und ermöglicht eine offene und flexible Gestaltung. Die Holzlatten bilden eine Art transluzenten Vorhang. Das Weglassen jedes zweiten Holzes provoziert ein spannendes Wechselspiel, bei dem sich der Kirchenraum und seine Umgebung überlagern und zu verschmelzen beginnen. Um einen Witterungsschutz zu gewährleisten, befindet sich zwischen den zweischichtig ausgeführten Latten Glas. Statt aufwendiger Dekoration wird der Blick in die Natur zum Ornament. Zu beiden Querseiten sind jeweils Bereiche abgetrennt, in denen Klassenzimmer Platz finden. Je nach Bedarf kann der zentrale Raum erweitert werden. Das Konzept der Bestuhlung erlaubt viel Handlungsfreiheit, das maximale Fassungsvolumen liegt bei 3000 Plätzen.


Der Bau ist weit mehr als nur sakrale Stätte, vielmehr wird er Ort des Zusammentreffens und des Austauschs innerhalb der Gemeinde. Dürftige Lebensverhältnisse sind im vietnamesischen Zentralhochland die Norm, deshalb wird die Kirche zusätzlich als Selbstbau-Projekt realisiert und somit die lokale Bevölkerung nachhaltig gestärkt.






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