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Taiwan verbietet Einschläferungen in Tierheimen

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One of over 300 dogs is seen at a volunteer shelter in Taipei county, Taiwan, Wednesday, Oct. 29, 2008. Coinciding with the local stock market plunge and a jump in the jobless rate in Taiwan, local animal rescuers say more and more dogs are being abandoned as owners look for ways to cut expenses. (AP Photo/Wally Santana)

Im vergangenen Jahr hat sich eine Tierärztin in Taiwan das Leben genommen – sie hatte massenweise Tierheim-Hunde einschläfern müssen. Erst jetzt verbietet ein neues Gesetz diese Praxis.

Die neue Regelung wurde bereits vor zwei Jahren beschlossen – doch für die Tierärztin Chien Chih-cheng kommt sie zu spät. Die Veterinärin hatte sich im vergangenen Jahr das Leben genommen, wohl auch aus Protest gegen die in Taiwan verbreitete Praxis des Einschläferns von Tieren in Heimen.

Das ist nun verboten. Nach einer langen Übergangsphase ist die neue Regelung nun in Kraft getreten, künftig dürfen in Taiwans Tierheimen keine Tiere mehr eingeschläfert werden. Zudem soll es Gebühren von umgerechnet über 100 Euro kosten, wenn jemand sein Tier in einem Heim abgeben will.

Überschattet wurde das Verbot vom Tod Chien Chih-chengs, sie hatte in einem Tierheim in Taoyuan gearbeitet. Im Mai 2016 hatte sich die 31-Jährige das Leben genommen. Zuvor hatte sie in einer TV-Sendung erwähnt, dass sie in zwei Jahren etwa 700 Hunde habe einschläfern müssen. Obwohl sie als Tierliebhaberin und Veterinärin die Tiere eigentlich immer habe schützen wollen.

Diskussion über Tierschutz und Mobbing

Anschließend sei sie massiv von Tierschützern angegriffen und auch in Medienberichten kritisiert worden. Tierschutzaktivisten brandmarkten sie als „Schlächterin“. In ihrer Verzweiflung setzte sie ihrem Leben ein Ende.

Der Fall hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Öffentlich war über die Verantwortung von Medien und Themen wie Cybermobbing diskutiert worden. Zudem wurde auch eine Debatte über die Situation in Tierheimen geführt. Die Heime verfügen häufig über mangelhafte Unterbringungsmöglichkeiten und zu wenig Personal.

Zudem sind geschäftsmäßige Hundezüchtungen dort schon lange in der Kritik: Einige Rassen wie Französische Bulldogge oder Chihuahua sind als Statussymbol und Modeaccessoire besonders begehrt: Häufig werden sie aber irgendwann ausgesetzt, zudem trennen sich Züchter von Tieren, die sie nicht im Welpenalter verkaufen konnten.

Nach Angaben von Tierschutzorganisationen wurden seit 1999 1,2 Millionen Tiere getötet, statt sie in Tierheimen unterzubringen. Ihre Zahl ist allerdings rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden nach amtlichen Angaben von fast 65.000 Tieren in Tierheimen knapp 12,5 Prozent eingeschläfert. 2014 waren es von fast 95.000 Tieren 26,5 Prozent.